Wir sind frei

Manchmal denke ich, dass es absehbar war.

Schon weit vor dieser „Krise“ habe ich viele Anzeichen wahrgenommen. Schon weit davor hatte ich beobachtet, wie der Sicherheitswahn in Deutschland sich immer mehr ausbreitete. Und obwohl dieses Land zu einem der sichersten Länder weltweit gehörte, steckten viele Menschen in ihrem Sumpf aus Angst fest.

Also wurden immer mehr Kontrollen eingebaut. Angeblich um den Menschen noch mehr Sicherheit bieten zu können. Dabei ist es vielmehr so, dass die Angst der breiten Masse die Gier einiger machthungriger Menschen bedient.

Es entwickelten sich nach und nach Systeme, die auf Druck, Zwang und Machtausübung basierten. Systeme, die keine selbstständigen Menschen wünschen und Selbstbestimmung nicht dulden.

Aus Schulen wurden Erziehungsanstalten, deren vorrangiges Ziel es war und heute mehr denn je ist, Kinder frühzeitig funktionstüchtig zu machen, so dass sie sich als Erwachsenen problemlos an das herrschende System anpassen können und nicht auf irgendwelche Rebellionsgedanken kommen. Dass dabei alle Bedürfnisse unserer Kinder ignoriert werden und ihre Integrität massiv untergraben wird, wird dabei anstandslos in Kauf genommen.

Es entstanden weitere Systeme, die uns Menschen nicht unterstützen und nähren, sondern Systeme, die uns vielmehr ausbeuten, entkräften und auszehren.

Schon weit vor Corona konnte ich die Dichte, die wie eine zentnerschwere Dunstglocke über diesem Land liegt, kaum aushalten.

Natürlich konnte ich damals nicht wissen oder voraussehen, dass es sich so entwickeln würde. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass Deutschland heute an diesem Punkt stehen könnte.

Ich habe keine Ahnung, was wirklich richtig oder falsch ist und das ist auch nicht wichtig, weil es mir nichts um Recht haben geht. Aber ich habe eine Meinung, eine Haltung. Ich habe eine Vorstellung davon, wie ich leben möchte. Wie ich mit meiner Familie leben möchte. Wie unsere Kinder aufwachsen sollen.

Das steht übrigens tatsächlich jedem Menschen zu.

Und ich habe eine Instanz in mir, die Alarm schlägt, wenn etwas Unrecht ist. Unrecht, nicht aufgrund eines festgeschriebenen Gesetzes oder einer willkürlich erlassenen Vorschrift. Vielmehr Unrecht, weil die Würde des Menschen mit Füßen getreten wird. Unrecht, weil gewisse Handlungen an Menschenverachtung nicht mehr überbieten sind.

An manchen Tagen fällt es mir schwer, der allgegenwärtigen Spaltung nicht zu erliegen. An diesen Tagen brauche ich viel Bewusstheit um bei mir zu bleiben und meine aufkommenden Rachegedanken weiterziehen zu lassen.

Es ist oft ein schmaler Grat für mich, in der Liebe zu bleiben und zugleich mein Inneres klar zum Ausdruck zu bringen. Klarheit und Liebe schließen sich aber nicht aus. Sie sind vielmehr wie Geschwister.

Wir brauchen uns nicht verstecken.

Wir müssen uns in keine Schublade stecken oder uns brechen lassen.

Wir dürfen unsere Meinungen, wann immer wir wollen, zum Ausdruck bringen.

Wir haben das Recht unsere Kinder vor seelischer Ausbeutung zu schützen.

Ich glaube an die Kraft der Gemeinschaft. Einer Gemeinschaft, die ohne Angst und Druck zusammenhält. Einer Gemeinschaft, in der viele in sich ruhende und gestärkte „Ichs“ zu einem kraftvollen „Wir“ zusammen finden. Einer Gemeinschaft, in der die Menschen in allererster Linie Verantwortung für sich selbst übernehmen und die für ihr eigenes Wohlergehen selbst Sorge tragen. Einer Gemeinschaft, in der die Menschen sich freiwillig gegenseitig die Hände reichen und füreinander da sind. Einer Gemeinschaft, deren tragfähiges Fundament aus Mitgefühl, gegenseitiger Achtung und aufrichtiger Menschlichkeit besteht.

Wir stehen an einem Punkt, an dem wir nicht mehr viel verlieren können. Doch wir können unglaublich viel dazu gewinnen.

Wenn wir uns trauen.

Wenn wir uns vertrauen.

Wenn wir uns gegenseitig bestärken und in unserer Verletzlichkeit Halt geben.

Wenn wir zusammen stehen.

Wenn wir unser Bewusstsein ausdehnen und unseren Lebens-Raum erweitern.

Wenn wir an eine höhere Macht glauben, die uns liebevoll den Weg weist.

Wir sind frei geboren. Und was immer manche Menschen auch versuchen werden, was sie sich noch alles einfallen lassen werden, um uns unsere Freiheit abzusprechen …

Wir sind frei.

In uns.

Immer.

Zu dieser in uns liegenden Freiheit haben nur wir selbst Zugang. Diese innere Freiheit kann uns niemand nehmen.

Und so lange ich atme, werde ich diese Freiheit an jeder nur möglichen Stelle mit Leben und Liebe füllen.

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