Und dann wurde es friedlich in mir

Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend.

Das außen, insbesondere das Impfthema holte mich mal wieder ein. Es drohte mich zu verschlingen und ich erlag vorübergehend dieser Sogwirkung.

Es machte mich unendlich traurig, zu sehen, wie viele Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen, nur um wieder reisen oder essen gehen zu können. Die sich damit ihre an sich unveräußerlichen Grundrechte zurückkaufen wollen. Die ihre Freiheit zurückhaben möchten.

Oder wie viele Menschen sich einfach nur impfen lassen, weil sie nicht aus der Gesellschaft ausgestoßen werden wollen. Die ihr Verlangen nach Zugehörigkeit damit stillen möchten. Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen kann ich diese Sehnsucht natürlich nachvollziehen und gerade bei ihnen schmerzt es mich umso mehr, sie in diesem auferlegten Gruppenzwang zu wissen.

Auf einmal hatte ich das Gefühl, dass sich die ganze Welt frei und glücklich spritzen lassen wollte. Und ich fragte mich, wer dann noch übrig bleiben würde?

Ich fühlte mich allein. Mehr als das. Ich fühlte mich verlassen.

„Verlassen werden“ ist mein Kindheitstrauma. Es ploppt immer wieder einmal auf. Die Angst davor, verlassen zu werden, ist tief in mir verankert. Und sie reicht dennoch nicht aus, um mich in meiner Haltung umstimmen zu können.

Mit dieser Erkenntnis wurde es mit einem Mal ganz ruhig und friedlich in mir.

Egal, wie sich die Dinge weiter entwickeln werden, so verlassen, wie ich mich schon einmal in meinem Leben gefühlt habe, werde ich mich nie wieder fühlen.

Ich werde mich nicht verkaufen oder selbst verraten.

Irgendwo wird immer wieder eine Tür aufgehen. Wird sich ein neuer Weg zeigen. Irgendwie wird es weiter gehen. Werden sich die richtigen Menschen zusammenfinden.

Mein Gefühl sagt mir, dass sich gerade jeder Mensch für die Seite, auf der er stehen möchte, entscheidet. Und das ist gut so. Vielleicht ist das im Moment wichtig, dass wir uns über dieses Thema unterschiedlich positionieren, um dann irgendwann auf einer anderen Ebene wieder zueinander finden zu können.

Mögen wir alle einen Weg in unseren inneren Frieden finden und somit Stück für Stück zum äußeren Frieden beitragen.

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